Das spontane Gedicht

„Der Dichter kräht, flucht, seufzt, stottert, jodelt, wie es ihm paßt. Seine Gedichte gleichen der Natur. Nichtigkeiten, was die Menschen so nichtig nennen, sind ihm so kostbar wie eine erhabene Rhetorik; denn in der Natur ist ein Teilchen so schön und wichtig wie ein Stern, und die Menschen erst maßen sich an, zu bestimmen, was schön und was häßlich sei ”
Hans Arp

Spontan entfesselte Gedichte, Rätselraten um Autoren und Literatur, Buchvorstellungen und ein Autor live im Gespräch – das ist Literalotto. Vergnüglich, improvisiert, spannend. Geeignet nicht nur für Literaturfreaks. Und wer keinen Spass an Büchern hat, kann zumindest die erstklassigen Musiker genießen, die wir an Literalotto-Abenden einladen.
Interessiert?
Kommen Sie. Bringen Sie Freunde, Leseratten und Lesemuffel mit!

 

DAS SPONTANE GEDICHT #1: Egoist

Laufen fast schon
Als erster den Kopf drehen
Leise wandert der See gegen neugierige Zaungäste
Sind wir eher Feinstaub an roten Ampeln
An mich vor einem Spiegel
erdachten Augen in einem Mondkrater
die längste Nacht

Nahtlos und sauber im Brennnesselschatten
vergessen und „in uns ist Glut!“
Wie die Spinne im Netz lauert
Warnung bodenlose Gemeinheit: Dank eines Doppelschlages
selbst mit offenen oder geschlossenen Zähnen
gehen auf Monsterjagd Zweifel
darum herrscht dicke Luft an diesem Septembertag

Handeln bald überflüssig

Literalotto #1, 16. 02. 2015

 

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